Betriebliche Altersvorsorge nicht immer ratsam

AF-GS 29/09/2015 Rente


Der Reiz Steuern zu sparen und dem Finanzamt vermeintlich eins auszuwischen führt viele in Deutschland dazu, eine betriebliche Altersvorsorge (= bAV) in Erwägung zu ziehen. Nur die Qualität des Produktes steht selten im Fokus, wodurch später wahrscheinlich keine ausreichende Vorsorge besteht.

Gesetzlich erhält man als Rentner zu wenig, daher ist eine private Vorsorge auf jeden Fall von Nöten.

Die Frage ist lediglich, ob die Kluft zwischen der gesetzlichen Rente und dem nötigen Einkommen im Ruhestand nur über eine einzige Spar-Säule aufgebaut werden sollte.

In den meisten Fällen ist diese Frage ganz klar mit Nein zu beantworten!

Allein für sich stehend ist die betriebliche Altersvorsorge nicht das „einzig Wahre“.

Warum?

Die zur Verfügung stehende Auswahl an Produkten ist für den Arbeitnehmer oft stark limitiert.

Die Qualität der angebotenen Tarife im Bereich Altersvorsorge ist i.d.R. weit unter dem Niveau des auf dem Markt zur Verfügung stehenden Angebotes und wird meistens nur von einem, manchmal auch 2 Versicherern vertreten. Da hat der Arbeitnehmer keine Möglichkeit aus der gesamten Palette von Versicherern auszuwählen (es gibt immerhin rund 90 Versicherer auf dem Markt, die Altersvorsorge anbieten).

Folglich besteht die Gefahr später zu wenig Rente zu erhalten, um die Versorgungslücke schließen zu können, oder besser ausgedrückt:

Man zahlt heute zu viel, für später wenig.

Und da man sich in der Ansparphase Steuern und Sozialversicherungsbeiträge spart, zahlt man ab Rentenbeginn auf diese betriebliche Rente nachgelagert Steuern und entrichtet Krankenversicherungsbeiträge.

Die Lösung liegt häufig in der Mitte: Ein Mix aus mehreren Säulen um den Aufbau der notwendigen Rente auf diese zu verteilen.

Als Basis dient hierbei wieder die Produktauswahl, da für alle Ansparvorgänge nur performance-starke Tarife ausgewählt werden sollten.

Wie die berechnete monatliche Einzahlung auf die unterschiedlichen Rentenverträge zu verteilen ist, sollte im Einzelfall unabhängig vom Einkommen sowie der Steuerbelastung (jetzt und später) berechnet werden.

Fazit:

Die Altersvorsorge sollte auf betriebliche und private Altersvorsorgeverträge verteilt werden. Nur so kann man alle Vorteile mitnehmen und die Nachteile relativieren.

Die herkömmliche private Altersvorsorge ist zwar steuerlich in der Ansparphase nicht subventioniert, dafür liegt ihr großer Vorteil im Rentenalter, wo sie entgegen der bAV nur minimal besteuert wird.

Weitere Informationen finden Sie ebenso im Artikel: bAV- Kenntnisstand und Verbreitung bei Firmen

Wird in Ihrer Firma eine bAV angeboten und beabsichtigen Sie die betriebliche Altersvorsorge in Anspruch zu nehmen, unterstützen wir Sie mit unserer 20-jährigen Erfahrung.

In unserer bAV-Broschüre finden Sie weitere Informationen, sowie unsere Ansprechpartner.
Gerne können Sie diese Broschüre an Ihren Arbeitgeber weiterleiten. PDF-Download: hier

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BetribsrentebAVbetriebliche AltersvorsorgeVersorgungslückenachgelagerte Besteuerung

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